Tetrahydrocannabinol (THC), genauer Delta-9-Tetrahydrocannabinol, ist der wichtigste berauschende Stoff in Cannabis. Es wirkt an den CB1-Rezeptoren im Gehirn, was das „High“ auslöst, und kann Gedächtnis und Aufmerksamkeit beeinträchtigen sowie bei manchen Menschen Angst oder Paranoia hervorrufen. CBD, sein enger chemischer Verwandter, ist nicht berauschend.
Das Wichtigste in Kürze
- Vollständiger Name
- Δ9-Tetrahydrocannabinol (Delta-9-THC); Summenformel C21H30O2, dieselbe wie bei CBD
- Isoliert
- 1964 von Yehiel Gaoni und Raphael Mechoulam
- In der Pflanze
- Überwiegend als THCA vorhanden, eine nicht berauschende Säure, die durch Hitze zu THC wird
- Wirkweise
- Partieller Agonist an den Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2
- Abhängigkeitsrisiko
- Etwa 9 % der Menschen, die Cannabis konsumieren, werden irgendwann abhängig (US-Umfragedaten)
- Rechtlicher Status (Stand Oktober 2026)
- In den meisten Ländern kontrolliert; Hanfprodukte sind nur unterhalb festgelegter THC-Grenzwerte erlaubt, die je nach Land verschieden sind
Was bedeutet Tetrahydrocannabinol?
Der Name beschreibt das Molekül. „Cannabinol“ (CBN) war das erste Cannabinoid, das Ende des 19. Jahrhunderts aus Cannabisharz isoliert wurde (Maioli 2022). „Tetrahydro“ bedeutet vier zusätzliche Wasserstoffatome: THC hat die Summenformel C21H30O2, CBN die Formel C21H26O2 (PubChem). Ist THC längere Zeit Luft ausgesetzt, oxidiert es und wird langsam zu CBN. Deshalb enthält altes Cannabis mehr CBN.
„Delta-9“ (Δ9) gibt die Position einer Doppelbindung im Ring an. Eine verwandte Verbindung, Delta-8-THC, hat dieselbe Summenformel, die Doppelbindung sitzt aber an anderer Stelle. Wer einfach THC sagt, meint Delta-9-THC.

Wer hat THC entdeckt?
Yehiel Gaoni und Raphael Mechoulam isolierten THC aus Haschisch und beschrieben 1964 seine Struktur (Gaoni und Mechoulam 1964). Erst damit ließ sich THC als Reinsubstanz untersuchen. Die ganze Geschichte lesen Sie in Die Geschichte von THC.

Wie wirkt THC im Körper?
THC wirkt auf das Endocannabinoid-System, ein Signalnetz mit zwei Hauptrezeptoren. CB1 ist der wichtigste Typ in Gehirn und Nervensystem; CB2 kommt vor allem im Immungewebe vor (Zou 2018). An beiden ist THC ein partieller Agonist: Es schaltet sie ein, aber nicht vollständig, und seine Wirkung hängt davon ab, wie viele Rezeptoren ein Gewebe besitzt (Pertwee 2008). Seine Wirkung an CB1 im Gehirn verursacht den Rausch. Mehr dazu unter Das Endocannabinoid-System erklärt.
Wie entsteht THC in der Pflanze?
Hanf und Cannabis bilden kaum THC direkt. Sie bilden Tetrahydrocannabinolsäure (THCA), die nicht berauschend ist. Hitze beim Rauchen, Verdampfen, Backen oder bei der Verarbeitung spaltet eine Carboxylgruppe ab und macht aus THCA THC (Wang 2016). Deshalb können rohes und erhitztes Pflanzenmaterial im Test so unterschiedlich ausfallen. Siehe Was ist THCA?
THC und CBD: Was ist der Unterschied?
THC und CBD bestehen aus denselben Atomen, C21H30O2 (PubChem), die aber unterschiedlich angeordnet sind. Das verändert ihre Wirkung.
| THC (Delta-9) | CBD | |
|---|---|---|
| Summenformel | C21H30O2 | C21H30O2 |
| Berauschend | Ja | Nein |
| Wirkung an CB1 | Partieller Agonist (aktiviert den Rezeptor) | Aktiviert ihn nicht; kann im Labortest andere CB1-Agonisten blockieren |
| Form in der lebenden Pflanze | THCA | CBDA |
| Rechtlicher Status | In den meisten Ländern kontrolliert | Die Regeln für CBD-Produkte unterscheiden sich je nach Land und Produktart |
Quellen für die Tabelle: Pertwee 2008, Wang 2016, PubChem. Den ausführlichen Vergleich finden Sie unter CBD vs. THC und Was ist CBD?

Welche Wirkung und Risiken hat THC?
Studien am Menschen beschreiben diese akuten und langfristigen Effekte:
- Gedächtnis und Aufmerksamkeit: In einer kontrollierten Studie beeinträchtigten 15 mg oral verabreichtes THC etwa zwei Stunden nach der Gabe das Lernen und das episodische Gedächtnis, und die Teilnehmer stuften sich bis zu 8 Stunden lang als „stoned“ ein; nach 24 Stunden waren keine Effekte mehr messbar (Curran 2002). Eine systematische Übersichtsarbeit fand, dass verbales Lernen, Gedächtnis und Aufmerksamkeit bei akutem wie chronischem Konsum am beständigsten beeinträchtigt sind (Broyd 2016).
- Angst und Paranoia: Angstreaktionen und Panikattacken sind die akuten Symptome, die am häufigsten mit Cannabis in Verbindung gebracht werden (Crippa 2009). In einer Studie mit 121 Menschen, die zu paranoiden Gedanken neigen, verstärkte intravenös gegebenes THC die Paranoia (Freeman 2015).
- Psychosen: In einer europäischen Studie war täglicher Cannabiskonsum mit etwa dreifach erhöhten Chancen auf eine erste psychotische Episode verbunden, verglichen mit Menschen, die nie konsumiert hatten; bei täglichem Konsum von hochpotentem Cannabis (10 % THC oder mehr) stieg der Wert auf fast das Fünffache (Di Forti 2019).
- Abhängigkeit: Nach US-Umfragedaten lag die geschätzte Lebenszeitwahrscheinlichkeit einer Abhängigkeit bei Menschen, die Cannabis konsumiert hatten, bei 8,9 % (Lopez-Quintero 2011).
Die Effekte hängen von der Dosis, der Person und der Häufigkeit des Konsums ab.

Wie lange ist THC im Körper nachweisbar?
Das hängt davon ab, wie viel und wie oft jemand Cannabis konsumiert, und von der Art des Tests. Bei regelmäßigen Konsumenten verlassen THC-Abbauprodukte den Körper langsam. In einer Studie mit 86 chronischen Konsumenten unter kontrollierter Abstinenz blieben Urintests im Schnitt 27 Tage positiv, bei manchen dauerte es bis zu 77 Tage, bis die Werte dauerhaft unter dem Grenzwert lagen (Ellis 1985). Was das für CBD-Produkte bedeutet, lesen Sie unter CBD, Drogentest und Autofahren.

Aus unserer Produktion
Wir testen jede Charge in der Schweiz, und der THC-Wert steht mit zwei Nachkommastellen auf dem Zertifikat. Bei unseren Vollspektrum-Ölen liegen 99,9 % der Chargen zwischen 0,12 % und 0,17 % THC.
— Robin Roy Krigslund-Hansen, Mitgründer und CEO
Häufige Fragen
Was ist Tetrahydrocannabinol?
Tetrahydrocannabinol (THC) ist der wichtigste berauschende Stoff in Cannabis. Es wirkt an den CB1-Rezeptoren im Gehirn und löst so den Rausch aus. Isoliert wurde es 1964 von Gaoni und Mechoulam.
Wofür steht die Abkürzung THC?
THC steht für Tetrahydrocannabinol, gemeint ist meist Delta-9-Tetrahydrocannabinol. Der Name bezeichnet eine Form von Cannabinol (CBN) mit vier zusätzlichen Wasserstoffatomen; Delta-9 gibt die Position einer Doppelbindung an.
Ist THC dasselbe wie CBD?
Nein. Beide haben dieselbe Summenformel, C21H30O2, aber eine andere Struktur. THC aktiviert den CB1-Rezeptor und ist berauschend; CBD aktiviert ihn nicht und ist nicht berauschend.
Wie lange ist THC im Körper nachweisbar?
Das hängt von der Dosis, der Häufigkeit des Konsums und dem Test ab. In einer Studie mit chronischen Konsumenten blieben Urintests im Schnitt 27 Tage positiv, bei manchen bis zu 77 Tage.
Macht THC abhängig?
Das kann passieren. Nach US-Umfragedaten wurden etwa 9 % der Menschen, die Cannabis konsumiert hatten, irgendwann abhängig.
Verwandte Ratgeber
Dieser Artikel informiert allgemein über THC und ist keine medizinische oder rechtliche Beratung. Formula Swiss verkauft keine berauschenden Cannabisprodukte; unsere CBD-Öle sind Kosmetika zur Anwendung auf der Haut. Lesen Sie unseren vollständigen Haftungsausschluss.
Zuletzt geprüft:
Quellen
- Gaoni Y, Mechoulam R. Isolation, structure, and partial synthesis of an active constituent of hashish. J Am Chem Soc 1964;86(8):1646–1647. doi:10.1021/ja01062a046
- Maioli C et al. Cannabinol: history, syntheses, and biological profile of the greatest "minor" cannabinoid. Plants (Basel) 2022;11(21):2896. doi:10.3390/plants11212896
- National Center for Biotechnology Information. PubChem Compound Summaries: tetrahydrocannabinol (CID 16078), cannabidiol (CID 644019), cannabinol (CID 2543)
- Zou S, Kumar U. Cannabinoid receptors and the endocannabinoid system: signaling and function in the central nervous system. Int J Mol Sci 2018;19(3):833. doi:10.3390/ijms19030833
- Pertwee RG. The diverse CB1 and CB2 receptor pharmacology of three plant cannabinoids: Δ9-tetrahydrocannabinol, cannabidiol and Δ9-tetrahydrocannabivarin. Br J Pharmacol 2008;153(2):199–215. doi:10.1038/sj.bjp.0707442
- Wang M et al. Decarboxylation study of acidic cannabinoids: a novel approach using ultra-high-performance supercritical fluid chromatography/photodiode array-mass spectrometry. Cannabis Cannabinoid Res 2016;1(1):262–271. doi:10.1089/can.2016.0020
- Curran HV et al. Cognitive and subjective dose-response effects of acute oral Δ9-tetrahydrocannabinol (THC) in infrequent cannabis users. Psychopharmacology (Berl) 2002;164(1):61–70. doi:10.1007/s00213-002-1169-0
- Broyd SJ et al. Acute and chronic effects of cannabinoids on human cognition – a systematic review. Biol Psychiatry 2016;79(7):557–567. doi:10.1016/j.biopsych.2015.12.002
- Crippa JA et al. Cannabis and anxiety: a critical review of the evidence. Hum Psychopharmacol 2009;24(7):515–523. doi:10.1002/hup.1048
- Freeman D et al. How cannabis causes paranoia: using the intravenous administration of Δ9-tetrahydrocannabinol (THC) to identify key cognitive mechanisms leading to paranoia. Schizophr Bull 2015;41(2):391–399. doi:10.1093/schbul/sbu098
- Di Forti M et al. The contribution of cannabis use to variation in the incidence of psychotic disorder across Europe (EU-GEI): a multicentre case-control study. Lancet Psychiatry 2019;6(5):427–436. doi:10.1016/S2215-0366(19)30048-3
- Lopez-Quintero C et al. Probability and predictors of transition from first use to dependence on nicotine, alcohol, cannabis, and cocaine: results of the NESARC. Drug Alcohol Depend 2011;115(1–2):120–130. doi:10.1016/j.drugalcdep.2010.11.004
- Ellis GM Jr et al. Excretion patterns of cannabinoid metabolites after last use in a group of chronic users. Clin Pharmacol Ther 1985;38(5):572–578. doi:10.1038/clpt.1985.226