CBC-Öl ist ein Hanföl mit Cannabichromen (CBC), einem nicht berauschenden Cannabinoid, das 1966 zum ersten Mal beschrieben wurde. In den meisten Produkten ist CBC ein Neben-Cannabinoid in einem Vollspektrum-Extrakt, neben CBD. In Laborstudien wirkt es auf TRP-Kanäle und CB2-Rezeptoren, nicht auf CB1, den Rezeptor hinter dem THC-Rausch.
Das Wichtigste in Kürze
- Was es ist
- Ein Phytocannabinoid mit der Summenformel C₂₁H₃₀O₂, derselben wie bei THC und CBD (PubChem).
- Erstmals beschrieben
- 1966 (Gaoni und Mechoulam).
- Berauschend?
- Nein. Es bindet möglicherweise an CB1, scheint den Rezeptor aber nicht zu aktivieren (Sepulveda et al., 2024).
- Menge in Cannabis
- Die meisten Sorten bilden nur kleine Mengen (Sepulveda et al., 2024).
- Forschung am Menschen (Stand Oktober 2026)
- Sehr begrenzt; die meisten Daten stammen aus Zell- und Tierversuchen.
- In Ölen von Formula Swiss (Zertifikate vom April 2026)
- 0,82 % in Zermatt Balance und 1,51 % in St. Moritz Restore.
Was ist CBC-Öl?
Als CBC-Öl bezeichnet man ein Hanföl, das Cannabichromen enthält. Weil die meisten Cannabispflanzen nur wenig CBC bilden (Sepulveda et al., 2024), steckt CBC meist als eines von mehreren Cannabinoiden in einem Vollspektrum-Extrakt und kommt selten allein vor. CBC lässt sich auch synthetisch aus Citral und Olivetol herstellen; dieser Weg wurde entwickelt, weil die Ausbeute aus der Pflanze gering ist (Sepulveda et al., 2024). Wie viel CBC ein Öl enthält, zeigt sein Analysezertifikat. Unser Ratgeber CBD-Analysezertifikat richtig lesen erklärt die Spalten.
Ein reines CBC-Öl verkaufen wir nicht. CBC gehört zum Cannabinoidprofil von zwei unserer Vollspektrum-Öle: Zermatt Balance enthält laut Angabe 15 % CBD, 1,5 % CBG, 0,8 % CBC, 0,5 % CBDA und 0,3 % CBN, und St. Moritz Restore kombiniert CBD, CBG und CBC. Beide finden Sie in unserer Kollektion CBD-Öle.
Was ist Cannabichromen (CBC)?
Gaoni und Mechoulam beschrieben Cannabichromen 1966, nachdem sie es aus Haschisch isoliert hatten. Die Pflanze bildet es aus Cannabigerolsäure (CBGA): Das Enzym CBCA-Synthase wandelt CBGA in Cannabichromensäure (CBCA) um, und durch Decarboxylierung, ausgelöst durch Wärme, wird aus CBCA dann CBC (Li et al., 2024). CBGA ist auch der Ausgangsstoff für THC und CBD und wird deshalb als Vorstufe der wichtigsten Cannabinoide bezeichnet (Jastrząb et al., 2022).
CBC hat dieselbe Summenformel wie THC und CBD, C₂₁H₃₀O₂, aber eine andere Gestalt: ein Chromen-Grundgerüst aus zwei Ringen mit einer Pentyl- und einer Methylpentenyl-Seitenkette (PubChem). Schon solche kleinen Unterschiede entscheiden, an welchen Rezeptoren ein Cannabinoid wirkt. Die ganze Stoffgruppe finden Sie in unserer Liste der Cannabinoide.
Macht CBC high?
Nein. CBC gilt als nicht psychoaktiv. Ob es an den CB1-Rezeptor bindet, ist in Studien umstritten, aktivieren scheint es ihn jedenfalls nicht so wie THC (Sepulveda et al., 2024). Bei Mäusen zeigte CBC einige cannabinoidähnliche Effekte. Ein CB1-Blocker hob sie aber nicht auf, sie liefen also nicht über diesen Rezeptor (DeLong et al., 2010). Für den Rausch ist THC verantwortlich; mehr dazu unter welche Cannabinoide psychoaktiv wirken.
Welche Cannabissorten haben viel CBC?
Wer nach einer CBC-Sorte oder CBC-reichem Gras sucht, geht davon aus, dass bestimmte Sorten für ihren CBC-Gehalt bekannt sind. Sortennamen helfen hier kaum weiter. Der CBC-Gehalt hängt nicht von dem Genort ab, der bestimmt, ob eine Pflanze zum THC- oder zum CBD-Typ gehört (Zagožen et al., 2021), und die meisten Pflanzen bilden nur kleine Mengen (Sepulveda et al., 2024). Wie viel CBC eine Pflanze oder ein Produkt enthält, weiß man erst nach einer Laboranalyse.
CBC, THC und CBD im Vergleich
| Merkmal | CBC | THC | CBD |
|---|---|---|---|
| Berauschend | Nein | Ja | Nein |
| CB1-Rezeptor | Bindung unklar, keine eindeutige Aktivierung | Aktiviert | Geringe Affinität |
| CB2-Rezeptor | Aktiviert in Zellstudien | Aktiviert | Geringe Affinität |
| Übliche Menge in Hanf | Gering | In Hanf niedrig, in Drogenhanf hoch | Hauptcannabinoid in CBD-Hanf |
Daten zu CBC: Sepulveda et al. (2024). THC und CBD an CB1 und CB2: Pertwee (2008). Übliche Mengen: Sawler et al. (2015), Taura et al. (2007). Mehr über CBD selbst lesen Sie unter Was ist CBD?
Wofür wird CBC erforscht?

Die Forschung zu CBC steht am Anfang, und fast alle Daten stammen aus Zell- und Tierversuchen.
- TRP-Kanäle: Von den getesteten Cannabinoiden aktivierte CBC den TRPA1-Kanal am stärksten (Übersicht bei Sepulveda et al., 2024).
- Enzyme des Endocannabinoid-Systems: CBC soll die Monoacylglycerol-Lipase hemmen, die 2-AG abbaut, nicht aber das Enzym, das Anandamid abbaut (Sepulveda et al., 2024). Siehe das Endocannabinoid-System.
- Entzündung bei Mäusen: CBC verringerte Pfotenschwellungen, die durch einen Entzündungsreiz ausgelöst wurden, und eine kleine Dosis THC verstärkte einige der CBC-Effekte (DeLong et al., 2010).
- Hautzellen: In kultivierten menschlichen Sebozyten, den Zellen, die Hautfett bilden, unterdrückte CBC die Grundproduktion von Lipiden und verringerte die „akneähnliche“ Lipidproduktion (Oláh et al., 2016). Das war eine Zellstudie, keine klinische Studie.
Welche Rolle CBC beim Entourage-Effekt spielt, ist weiter umstritten. Keine dieser Studien zeigt, dass ein CBC-Öl einer Erkrankung vorbeugt oder sie behandelt.
Aus unserer Produktion
Wir lassen jede Charge in der Schweiz testen und drucken den THC-Gehalt auf zwei Nachkommastellen genau auf das Etikett. CBC steht auf den Zertifikaten unserer Vollspektrum-Öle, und jedes Analysezertifikat unterschreibe ich selbst.
— Robin Roy Krigslund-Hansen, Mitgründer und CEO
Häufige Fragen
Was ist CBC-Öl?
CBC-Öl ist ein Hanföl, das Cannabichromen (CBC) enthält. In den meisten Produkten ist CBC eines von mehreren Cannabinoiden in einem Vollspektrum-Extrakt, neben CBD. Unser Öl Zermatt Balance enthält zum Beispiel laut Angabe 0,8 % CBC neben 15 % CBD.
Was ist Cannabichromen (CBC)?
Cannabichromen ist ein Cannabinoid, das Cannabis über seine Säureform CBCA aus CBGA bildet. Es wurde 1966 erstmals beschrieben, wirkt nicht berauschend, und die meisten Cannabispflanzen enthalten nur wenig davon.
Macht CBC high?
Nein. CBC gilt als nicht psychoaktiv. Es bindet möglicherweise an den CB1-Rezeptor, scheint ihn aber nicht so zu aktivieren wie THC, und seine Effekte bei Mäusen liefen nicht über CB1.
Welche Cannabissorten haben viel CBC?
Am Sortennamen lässt sich das nicht ablesen. Der CBC-Gehalt hängt nicht mit dem Gen zusammen, das über THC-Typ oder CBD-Typ entscheidet, und die meisten Pflanzen bilden nur kleine Mengen. Erst ein Labortest zeigt, wie viel CBC eine Pflanze oder ein Produkt enthält.
Wie viel CBC ist in einem CBD-Öl?
Meist viel weniger als CBD. In unseren Zertifikaten vom April 2026 lag CBC bei 0,82 % in Zermatt Balance und 1,51 % in St. Moritz Restore. In unseren THC-freien Ölen Lugano Clarity und Lucerne Calm lag es unter der Nachweisgrenze.
Wofür wird CBC erforscht?
Vor allem in Labor- und Tierversuchen: CBC aktiviert den TRPA1-Kanal, wirkt in Zellstudien auf CB2-Rezeptoren, verringerte Entzündungen bei Mäusen und senkte die Fettproduktion in kultivierten Hautzellen. Studien am Menschen gibt es kaum, und keine zeigt, dass ein CBC-Produkt eine Erkrankung behandelt.
Verwandte Ratgeber
Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zur Cannabisforschung und ist keine medizinische Beratung. Die Öle von Formula Swiss werden als Kosmetika zur Anwendung auf der Haut verkauft, unsere Tieröle sind zur äußerlichen Anwendung bestimmt. Siehe unseren vollständigen Haftungsausschluss. Die Zertifikate jeder Charge finden Sie auf unserer Seite mit den Testergebnissen.
Zuletzt geprüft:
Quellen
- Gaoni Y, Mechoulam R. Cannabichromene, a new active principle in hashish. Chemical Communications (London) 1966:20. doi:10.1039/C19660000020
- Sepulveda DE, Vrana KE, Kellogg JJ, et al. The potential of cannabichromene (CBC) as a therapeutic agent. Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics 2024;391(2):206-213. PMID 38777605
- PubChem. Cannabichromene (CID 30219). National Library of Medicine
- Jastrząb A, Jarocka-Karpowicz I, Skrzydlewska E. The origin and biomedical relevance of cannabigerol. International Journal of Molecular Sciences 2022;23(14):7929.
- Li S, Li W, Malhi NK, et al. Cannabigerol (CBG): a comprehensive review of its molecular mechanisms and therapeutic potential. Molecules 2024;29(22):5471. PMID 39598860
- Sawler J, et al. The genetic structure of marijuana and hemp. PLoS One 2015;10(8):e0133292. PMID 26308334
- Taura F, et al. Cannabidiolic-acid synthase, the chemotype-determining enzyme in the fiber-type Cannabis sativa. FEBS Letters 2007;581(16):2929-2934. PMID 17544411
- Zagožen M, Čerenak A, Kreft S. Cannabigerol and cannabichromene in Cannabis sativa L. Acta Pharmaceutica 2021;71:355-364. doi:10.2478/acph-2021-0021
- DeLong GT, et al. Pharmacological evaluation of the natural constituent of Cannabis sativa, cannabichromene and its modulation by Δ9-tetrahydrocannabinol. Drug and Alcohol Dependence 2010. PMID 20619971
- Oláh A, et al. Differential effectiveness of selected non-psychotropic phytocannabinoids on human sebocyte functions. Experimental Dermatology 2016. PMID 27094344
- Pertwee RG. The diverse CB1 and CB2 receptor pharmacology of three plant cannabinoids. British Journal of Pharmacology 2008;153(2):199-215. PMID 17828291
- Formula Swiss. Analysezertifikate, Bericht 260410_A01 (Proben 260408.03 und 260408.04). Seite mit den Testergebnissen